Suchtverhalten
Wer ausdauernd gegen viel oder wenig Übergewicht kämpft, ist vermutlich esssüchtig.

Wie kann es zum Suchtverhalten kommen?
Sucht kommt von Suchen. Alle Süchtigen suchen nach etwas. Oftmals kennen sie das Ziel dieser Suche nicht einmal, oder sie haben es aus dem Auge verloren.
Es kann jedoch durchaus sein, dass sie gar nicht wahrhaben wollen, worum es bei der Suche wirklich geht.
Es wäre vielleicht auch zu anstrengend, zu unbequem, den Weg zu Ende zu gehen. Und sie erfordert ein hohes Maß an Selbsterkenntnis.
Aber nur das Finden würde den Suchenden erlösen
So macht man unterwegs halt und versucht den „Hunger" mit einer Ersatznahrung zu befriedigen. Diese jedoch stillt den Hunger nicht. Man braucht mehr und mehr und ist unversehens esssüchtig
geworden.
Sucht ist Feigheit vor neuen Erfahrungen, Feigheit vor dem Leben. Sie ist ein Festhalten an materiellen Dingen wie Speisen, Alkohol oder Drogen, um sich nicht mit der manchmal beängstigenden
Wirklichkeit auseinandersetzen zu müssen. Statt die Bedürfnisse der Seele zu befriedigen, bietet man dem Körper ein „statt dessen" an. Es liegt auf der Hand, dass man bei dem Versuch auf diese Weise
eine Befriedigung zu erlangen, mehr und mehr essen muss und nie wirklich satt wird. Seelischer Hunger allerdings ist auf diese Weise niemals zu befriedigen und wird deshalb zur Sucht.
„Ich bin esssüchtig!"
Der Weg aus der Sucht-Abhängigkeit beginnt exakt mit diesem Satz. Genauso wie es für die anonymen Alkoholiker ein Selbstverständnis ist, sich auf diese Weise zu offenbaren:
„Ich bin Alkoholiker!" Dieses Bekenntnis beinhaltet, dass ich es erkannt habe, dass ich dazu stehe, nichts verschleiere.
Und es heißt auch: „Ich weiß den Weg!" und der ist unlösbar verbunden mit totaler Offenheit und Ehr-lichkeit. Gegenüber meinem sozialen Umfeld - aber vor allen Dingen mir selbst gegenüber.
Ist das einmal ausgesprochen, kann die Arbeit an der Überwindung beginnen.
Nur zu gerne verniedlicht man ja, bagatellisiert oder macht die (bösen) Mitmenschen verantwortlich.
Jeder kennt die Ausreden:
- Ich nehme schon vom Hinsehen zu
- Ich bin eben ein guter Futterverwerter
- Eigentlich esse ich nicht viel
- Die Anderen überreden mich immer
- Wenn nur die vielen Einladungen nicht wären
- Die paar Pfündchen nehme ich schnell wieder ab
- In meiner Familie ist das Übergewicht erblich bedingt
Es stimmt, ein paar Pfündchen sind wirklich kein Problem. Ein Problem wird erst daraus, wenn der Kampf gegen viele oder wenige Pfündchen ein ganzes Leben lang dauert.
Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob die Überpfunde 5 kg oder 50 kg betragen. Will man den Kampf dagegen aufnehmen und für immer gewinnen, ist ein gutes Ernährungskonzept erforderlich, das langfristig
anwendbar ist.
Eine normale Diät mit FDH, Pülverchen oder Fasten hilft nach allen Erfahrungen nur vorübergehend. Anschließend ist man schlimmer dran als zuvor.
Denn der Körper hat nichts Eiligeres zu tun, als das „verlorengegangene Gewicht" rasch wieder aufzuholen. Um das zu erreichen, signalisiert er Hunger und Appetit.
Auf diese Weise führt der/die Betroffene oft ein Leben lang einen schier aussichtslosen Kampf gegen Lust und Genuss zu Gunsten von Verzicht, Frust und eiserner Disziplin.
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