Das Schutzwall-Prinzip
Bietet Fettleibigkeit Betroffen einen Schutz?

Essstörungen haben in unserer Gesellschaft beängstigende Formen angenommen.
Auffällig ist, dass vor allem Frauen daran leiden. Da liegt doch auch die Frage nahe, weshalb sich eine Frau denn freiwillig so „verstümmelt"!
Eine dicke, fettsüchtige Frau grenzt sich körperlich durch ihren Schutzwall ab. Durch ihre „Hässlichkeit" hält sie sich die Leute und das Leben buchstäblich vom Leib.
Sie wird von Frauen geschätzt, weil sie in ihr nicht die Konkurrenz sehen, sondern die Person, die sie ist.
Von Männern wird sie nicht als Sexsymbol taxiert, sondern als Mensch. Diesem kann man auch nicht so sehr weh tun, wie das einer Frau geschieht, die die Liebe leben will. Eine solche Frau hat Angst
vor Enttäuschungen, vor dem Sich-bekennen-müssen zu einer Attraktivität, der man - vielleicht - nicht gewachsen ist.
Und - so ein Fettwall bietet, so hofft man unbewusst, auch Schutz vor anderen Widrigkeiten des Lebens.
Nur - diese Hoffnung realisiert sich eben nicht so.
Hinzu kommt die panische Angst, dass jemand diesen Schutzwall durchschaut und die Wirklichkeit dahinter sieht.
